Die Chronik von Solendar
Vor dem Turmfall (v.T.)
Vier Korngemeinschaften waren einst die Gemeinschaft in der weiten, fruchtbare Ebene, die als Kornkammer für mehrere Großreiche diente. Endlose Felder von Weizen, Roggen und Hirse wurden bestellt, und durch das Netz der Türme waren die Erträge überall auf dem Kontinent gefragt. Bauernhöfe und kleine Städte lebten vom Export, während das Land selbst nur eine dünne Verwaltung hatte. Die vier kleinen Staaten waren reich an Nahrung, aber arm an Wehrkraft – seine Stärke lag im Überfluss, nicht in der Verteidigung.
Der Turmfall (0 n.T.)
Als der Turm fiel, verloren die Bauern plötzlich ihre Abnehmer. Die Speicherhäuser waren gefüllt, doch niemand kam mehr, um die Ernten zu kaufen oder abzuholen. Zunächst schien es ein Segen: genug Nahrung für alle. Doch bald brach Chaos aus. Ohne zentrale Verwaltung beanspruchten lokale Herren, Milizen und selbst Banden von Landarbeitern die Vorräte. Ganze Dörfer plünderten einander, und die Felder lagen brach, weil niemand mehr die Ordnung sichern konnte. Hunger breitete sich paradoxerweise in einem Land der Fülle aus – nicht, weil es an Nahrung fehlte, sondern weil kein gerechter Zugang mehr möglich war.
Erste Jahre nach dem Turmfall (1–20 n.T.)
Die ersten Jahrzehnte waren geprägt von Bauernaufständen und Plünderungszügen. Solendar verwandelte sich in ein Flickwerk kleiner Herrschaften, jede mit einer Kornspeicherburg als Zentrum. Wer Getreide kontrollierte, herrschte über Leben und Tod.






