Die Chronik von Karganth

Vor dem Turmfall (v.T.)

Die Bergregionen, die später Karganth bilden sollten, waren einst nur Randprovinzen einer großen Handelsföderation. Erz und Metall aus den Tiefen der Gebirge waren ihre einzige Bedeutung. Nahrungsmittel, Waffen, Werkzeuge und sogar Fachwissen flossen über die Vernetzung des Turmes ins Land.
Die Bevölkerung lebte in engen Tälern und Bergstädten, abhängig von den Fernrouten, die der Turm koordinierte. Ohne diese Netze wäre die Handelsföderation kaum überlebensfähig gewesen.

Der Turmfall (0 n.T.)

Als die Türme der Musen fielen, erloschen in einem einzigen Moment alle Handelsverbindungen. Karawanen blieben aus, Getreideschiffe verschwanden, Nachrichtenströme versiegten.

  • Die Lager füllten sich mit unverkäuflichem Erz, während die Kornkammern leerblieben.
  • Hunger brach aus. Ganze Dörfer starben oder flohen ins Tiefland.
  • Die lokalen Bergfürsten – einst bloße Verwalter – griffen nach der Macht, um ihre Täler mit Gewalt zu sichern.

Es begann eine Zeit, die man in den Legenden die „Hungerkriege“ nennt.

Erste Jahre nach dem Turmfall (1–20 n.T.)

Die Hungerkriege verwüsteten die Gebirge:

  • Clan gegen Clan, bewaffnet mit Schwertern aus Erz, das niemand mehr kaufen wollte.
  • Plünderungszüge ins Umland sicherten Getreide, hinterließen verbrannte Dörfer.
  • Die Bevölkerung halbierte sich in weniger als zwei Jahrzehnten.

Doch aus diesem Chaos stieg ein mächtiger Anführer empor: Rovak Eisenfaust, ein Kriegsherr, der mit eiserner Disziplin seine Krieger führte. Er vereinte drei Täler und besiegte rivalisierende Clans. Seine Maxime lautete: „Stärke ist Nahrung.“

Konsolidierung (20–50 n.T.)

Rovak Eisenfausts Nachfolger, Morvan Hartstein, schmiedete ein dauerhaftes Reich:

  • Er errichtete die Bergfeste Karakholm als Hauptstadt – ein uneinnehmbarer Komplex tief im Fels.
  • Eine Wehrpflicht wurde eingeführt: Jeder Haushalt musste mindestens einen Kämpfer stellen.
  • Erz und Stahl wurden nicht mehr exportiert, sondern dienten der Rüstung. Karganth wurde ein Staat, in dem jeder Bürger Krieger war oder Waffen schmiedete.
  • Alte Sagen von „Faustrecht“ und „Ehrenschuld“ wurden in Gesetze gegossen: Verrat, Feigheit oder Desertion wurden mit öffentlicher Auslöschung der gesamten Familie gesühnt.

So entstand der Kern von Karganth, wie man es heute kennt.

Gegenwart (87 n.T.)

Heute, fast neun Jahrzehnte nach dem Turmfall, ist Karganth ein militarisierter Stahlstaat:

  • Bevölkerung: hart, diszipliniert, an Hunger und Enge gewöhnt.
  • Regierung: ein Erzthronrat, bestehend aus den Nachfahren der mächtigen Clans, führt das Reich. Der Erzthron selbst wird alle 7 Jahre durch Wahl neu bestimmt.
  • Religion: Der Turmfall gilt als Strafe für Schwäche und Abhängigkeit. Die karganthische Lehre verehrt den Stahl – kalt, unnachgiebig, unverderblich – als das einzig Beständige.
  • Gesellschaft: Jeder ist Teil des Militärs – entweder als Krieger, Schmied oder Versorger. Frauen und Männer kämpfen gleichermaßen. Kinder erhalten schon früh Waffentraining.
  • Außenpolitik: Karganth ist von Hunger getrieben und expandiert. Seine Heere drängen nach Süden in die Ebenen von Solendar und nach Westen in die Sümpfe von Dravien. Überfälle, Blutzölle und Tributforderungen sind an der Tagesordnung.

Zusammenfassung

Karganth ist kein alter Staat, sondern ein Kind des Turmfalls: geboren aus Hunger, geformt in Kriegen, gehärtet im Stahl. Heute gilt es als unbarmherziges Reich, das nur ein Ziel kennt – überleben durch Expansion.

Karganth

karganth

Velmora

velmora

Dravien

dravien

Solendar

solendar

Orathien

orathien