Medien

Verdammte Scheiße.

Beide Reifen… platt.
Nicht zufällig, Nicht hier, Nicht in Dravien.

Ich kenne diese Leute.
Sie warten. Immer.

Mein Wagen steht.
Ich nicht.

Ich hab zwei Magazine.
Vierzehn Schuss.
Vierzehn Mahlzeiten.
Jeder Schuss kostet mich was.
Aber Leben… kostet mehr.

Vielleicht war’s nur Pech.
Vielleicht auch eine Falle.
Vielleicht bin ich längst tot…

und hab’s nur noch nicht gemerkt.
Pfeile.

Ernsthaft?
Gegen .45 ACP?

Einer weniger.
Vielleicht auch zwei.

Ich bleib nicht hier.
Ich fahr weiter.

Egal… wie viele Schüsse’s noch kostet.
Velmora wartet.

Und der Kofferraum ist voll.
Dreißig Kilo.
Rein, Sauber, Teuer.

Ich bin kein Held.
Nur ein Kurier.

Am Ende… zählt das Blut.

Ich kam aus Dravien.
Ein kleines Dorf.
Einmal voll Leben.
Dann kam die Stille.

Die Menschen gingen.
Einer nach dem anderen.
Zurück blieb nur ich.
Und mein Glaube.

Ich folgte der Straße nach Süden.
Nach Orathien, dachte ich.
Aber die Wege lügen.
Und ich verlor mich.

Ich wanderte tagelang.
Staub, Hunger, Gebete.
Und dann… sah ich sie.

Die Narben des Krieges.
Verbrannte Erde.
Tote Pferde.
Kinder, die nicht mehr weinen.

Ich betete.
Für Erlösung, Für Sinn, Für ein Zeichen.
Und ich wurde gehört.

Aber nicht von dem,
dem ich vertraute.

In Velmora beginnt der wahre Glaube.
Oder sein Ende.

Am Ende zählt das Blut.

Ich hatte ein Zuhause.
Eine Familie.
Ein Leben, das Sinn ergab.

Dann… kam das Feuer.
Und mit ihm… das Ende.

Alles, was blieb…
war Asche.
Und Wut.

Ich wurde Söldner.
Weil ich kämpfen konnte.
Weil Schmerz sich leichter tragen lässt,
wenn man ihn mit Blut bezahlt.

Jahre später –
kein Name mehr.
Kein Ziel.
Nur noch der nächste Auftrag.
Der nächste Schuss.

In Aropea zählt kein Gold.
Kein Glaube.
Keine Gnade.

Nur eines hat hier noch Wert.
Munition.
Sie ist die neue Währung.
Die letzte.

Ich habe zu viele Gesichter gesehen.
Zu viele verloren.

Vielleicht… ist es Zeit zu gehen.
Velmora.
Dort legen die Schiffe ab.
Vielleicht finde ich dort…
was vom Menschen in mir übrig ist.

Am Ende zählt das Blut.